Doris Lee: Ein Leben in der Kunst
- Geboren: 1. Februar 1905, Aledo, Illinois
- Gestorben: 16. Juni 1983, Clearwater, Florida
- Herkunft: WikiOO
Doris Emrick Lee war eine amerikanische Malerin und Grafikerin, die für ihre figurative Kunst bekannt ist, die Szenen aus dem Landleben, der Häuslichkeit und des amerikanischen Lebens darstellt. Sie gilt als bedeutende weibliche Künstlerin der Depressionsepoche, die für ihre nostalgische Darstellung von Familie und alltäglichen Erfahrungen bekannt ist.
Frühes Leben und Ausbildung
- Kindheit: Doris Lees Kindheit in Aledo, Illinois, förderte eine Wertschätzung für traditionelles Handwerk und das häusliche Leben.
- Ausbildung: Sie besuchte die Ferry Hall School, eine Vorbereitungsschule für Mädchen in Lake Forest, Illinois (1920-1922).
- Rockford College: Sie schloss 1927 am Rockford College mit einem Abschluss in Kunst und Philosophie ab.
- Kansas City Art Institute: Von 1929 an studierte sie unter dem amerikanischen Impressionisten und Ashcan School-Maler Ernest Lawson am Kansas City Art Institute. Hier lernte sie Arnold Blanch kennen, einen ebenfalls künstlerisch tätigen Mann, den sie später heiratete.
- California School of Fine Arts: Sie besuchte 1930 die California School of Fine Arts in San Francisco.
Künstlerische Entwicklung und Stil
- Frühe Einflüsse: Lawsons impressionistischer Stil beeinflusste ihre frühen Arbeiten, während Arnold Blanch sie zu einem Fokus auf Natur und realistische Themen ermutigte.
- Woodstock Community: Der Umzug nach Woodstock, New York, im Jahr 1931 etablierte ihren künstlerischen Standort für den Rest ihrer Karriere. Die lebendige Künstlerkolonie förderte ihre Entwicklung.
- American Scene Painting: Lees Werk wird stark mit der American Scene Painting in Verbindung gebracht, einer Bewegung, die Darstellungen des Alltagslebens und Landschaften gewöhnlicher Amerikaner betonte.
- Folk Art & Modernismus-Mischung: Sie vereinte auf einzigartige Weise Elemente der Folk Art – eine bewusst volksgemäße Art – mit dem aufkommenden Modernismus und schuf so einen unverwechselbaren Stil, der sich durch zugängliche Erzählungen und ein Gefühl von Wärme auszeichnete.
- Stilisierung in späteren Jahren: Aufträge für das *Life* Magazin in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren führten zu einem stärker stilisierten Ansatz mit größerer Aufmerksamkeit auf Farbe und reine Formen.
Wichtige Errungenschaften und Anerkennung
- Logan Medal of the Arts (1935): Sie gewann die prestigeträchtige Logan Medal of the Arts des Chicago Art Institute für ihr Gemälde "Thanksgiving". Dies brachte ihr landesweite Anerkennung, obwohl es auch Kontroversen auslöste.
- Wandgemälde für das U.S. Treasury Department: Sie erhielt den Auftrag, Wandgemälde für das United States Treasury Department in Washington, D.C., zu schaffen, darunter Werke im Hauptpostamt und im Postamt Summerville, Georgia (1937).
- Metropolitan Museum of Art-Erwerb: Ihr Gemälde "Catastrophe" aus dem Jahr 1936 wurde für die ständige Sammlung des Metropolitan Museum of Art erworben.
- Lithografien für Associated American Artists: Sie schuf eine Reihe von Lithografien für die Associated American Artists während der 1930er und 1940er Jahre.
- Illustrationen für *Life* Magazin: Sie steuerte Illustrationen und Artikel zum *Life* Magazin bei, über Reiseziele wie Nordafrika, Mexiko und Kuba.
Historische Bedeutung und Vermächtnis
- Depressionsepochen-Nostalgie: Lees Werk fand Anklang in einer Nation, die während der Großen Depression Trost suchte und ein beruhigendes Bild von Familienleben und ländlichen Traditionen bot. Ihr Gemälde "Thanksgiving" wurde zu einer ikonischen Darstellung dieses Gefühls.
- Weibliche Künstlerin in einem männerdominierten Feld: Sie erreichte bedeutenden Erfolg als weibliche Künstlerin zu einer Zeit, als Frauen oft am Rande der Kunstwelt standen.
- Vermittlung künstlerischer Bewegungen: Lee vermischte erfolgreich Folk-Art-Sensibilitäten mit modernistischen Einflüssen und schuf eine einzigartige visuelle Sprache, die ein breites Publikum ansprach.
- Wiederentdeckung und Neubewertung: Obwohl sie aufgrund ihres Fokus auf Figuration während des Aufstiegs des abstrakten Expressionismus zunächst übersehen wurde, gibt es in den letzten Jahren ein erneutes Interesse an Lees Werk, das ihre künstlerische Leistung und historische Bedeutung anerkennt.
