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Balthasar Beschey

1708 - 1776

Kurzbiografie

  • Died: 1776
  • Works on APS: 23
  • Art period: Frühe Neuzeit
  • Copyright status: Public domain
  • Movements: baroque
  • Born: 1708, Antwerpen, Belgien
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Balthasar Beschey war ein vielseitiger flämischer Maler, Zeichner und Dekorationsmaler für Innenräume. Seine künstlerische Reise begann in der Welt der Landschaftsmalerei, bevor er sich später der anspruchsvollen Historien- und Porträtmalerei zuwandte. Dabei nahm er eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Antwerpener Kunstakademie ein und prägte als Lehrer nachfolgende Generationen.
Geboren wurde Balthierte Beschey im Jahr 1708 in Antwerpen als Sohn von Jacob Beschey und Maria-Theresia Huaert. Er stammte aus einer Familie, in der die Kunst förmlich in den Genen lag: Er hatte vier Brüder, die ebenfalls als Maler tätig waren. Am bekanntesten war sein älterer Bruder Carel, ein Meister der Landschaftsmalerei. Seine jüngeren Brüder umfassten Jacob Andries, der sich auf religiöse Szenen spezialisierte, Jozef Hendrik, der unter dem Pseudonym Francis Lindo als Porträtmaler in England wirkte, und Jan Frans, der sich in London als Maler und Kunsthändler etablierte.
Sein künstlerisches Fundament legte Beschey bei dem weniger bekannten Pieter Strick. Am 25. November 1752 erlangte er die Meisterschaft in der Antwerpener Lukasgilde. Sein Privatleben war ebenso von Beständigkeit geprägt, wie er am 14. Januar 1753 Johanna Catharina Rosa Pauwels heiratete. Beruflich stieg er zu beachtlicher Größe auf: Er wurde Professor und ab 1755 Direktor der Kunstakademie in Antwerpen; zudem amtierte er 1775/76 als Dekan der Lukasgilde.
Neben seiner akademischen Tätigkeit betrieb Beschey in Antwerpen eine Werkstatt für Kunstrestaurierung sowie einen Kunsthandel. Dank der engen Verbindungen nach England durch seinen Bruder Jan Frans gelang es ihm, flämische Gemälde über den Kanal zu exportieren. Ein historisches Zeugnis dieser Handelsbeziehungen ist eine Sendung von neun Gemälden im Jahr textup1751, deren Gesamtwert 270 Gulden betrug und die er an seinen Bruder nach London schickte.
Sein künstlerisches Erbe lebt in seinen Schülern weiter, darunter Hendrik-Jozef Antonissen, Andries Cornels Lens und Pieter Jozef Verhaghen. Es ist zudem möglich, dass sein Neffe, ebenfalls Balthasar genannt – ein Sohn seines in England aktiven Bruders Joseph Hendrik –, sein Schüler war. Dieser jüngere Balthasar etablierte sich später als Porträtmalist in Amsterdam, wobei seine Werke oft fälschlicherweise seinem Onkel zugeschrieben wurden.
In der ersten Hälfte seiner Karriere widmete sich Beschey primär den Landschaften, bevor er den Fokus auf die Historien- und Porträtmalerei sowie auf Genrebilder verlagerte. In seinen Werken griff er oft das Erbe der großen Meister auf: Seine Historienbilder zeigen Spuren von Rubens und Van Dyck, während seine Landschaften dem Stil des älteren Jan Brueghel nachempfunden sind. Eine bemerkenswerte Ausnahme von rein derivativen Arbeiten ist seine religiöse Komposition „Die Befreiung des Heiligen Petrus aus seinen Ketten“, die er für eine untergrundkirchliche Gemeinde in Amsterdam schuf.
Die Sammlung der Eremitage beherbergt zwei seiner Genrebilder, welche die fünf Sinne darstellen – ein in der flämischen Kunst äußerst populäres Sujet. Ein weiteres Paar Genreszenen, bestehend aus einem Fischmarkt und einer Commedia dell'arte-Szene, wurde im Rahmen einer Christie’s-Auktion im Jahr 2015 in Paris versteigert.
Beschey meisterte sowohl Einzel- als auch Gruppenporträts mit großer Virtuosität. In seinem Selbstporträt (Royal Museum of Fine Arts Antwerpen), das er 163 der Akademie von Antwerpen schenkte, zeigt er sich in einer prachtvollen Pose: Der rechte Arm ruht lässig über einer Stuhllehne, während die linke Hand eine große Palette hält. Er scheint an einer Figurengruppe zu arbeiten, wobei das genaue Motiv – ob eine Venus mit Cupido oder eine Allegorie der schönen Künste – im Dunkeln bleibt. Stilistisch orientiert sich dieses Werk stark an der zeitgenössischen französischen Porträtkunst; auch die gelbe Seidenjacke mit Rüschen und die gepuderte Perücke entsprechen der französischen Mode jener Ära.
Ein weiteres Meisterwerk sind seine Familienporträts der Familie Cremers über zwei Generationen hinweg: Ein Bild zeigt die Familie in einer idyllischen Außenkulisse beim Musizieren, das zweite stellt die Hochzeit der Eltern dar, wobei alle Beteiligten in musizierender Runde sitzen. Im ersten dieser Bilder ist Jacob Johannes Cremers auf der linken Seite zu sehen, platziert zwischen dem Künstler selbst – der sich mit Palette darstellt – und einem Geistlichen.
Royal Museum of Fine Arts Antwerpen:
Louvre, Paris:
Hermitage, Petersburg:
Alexandre de Bothuri Bathory Privatsammlung, Palm Beach, Florida, USA
Nationalmuseum Aserbaidschan, Baku, Aserbaidschan (für eine weitere Version von Venus und Adonis aus der De Bothuri Sammlung)

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