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Bartolomé Ordóñez

1480 - 1520

Kurzbiografie

  • Nationality: Spanien
  • Works on APS: 3
  • Copyright status: Public domain
  • Top 3 works:
    • St John the Baptist
    • Tomb of Don Felipe and Doña Juana
    • Tomb of Don Felipe and Doña Juana
  • Lifespan: 40 years
  • Mehr Details anzeigen
  • Born: 1480, Burgos, Spanien
  • Died: 1520
  • Top-ranked work: St John the Baptist
  • Art period: Renaissance

Bartolomé Ordóñez war ein bedeutender Bildhauer der spanischen Renaissance.
Über die ersten Lebensjahre von Ordóñez ist nur wenig bekannt. Sein Testament weist ihn als einen in Burgos geborenen Hidalgo aus, der eine Schwester namens Marina in dieser Stadt hatte. Geht man davon aus, dass dies zutrifft, so wuchs er inmitten der ersten Blütezeit der spanischen Renaissance auf – einer Ära, in der Pioniere wie Andrés de Nájera tätig waren und unter dem Einfluss von Gil de Siloé, der in Italien studiert hatte, sowie dem Italiener Domenico Fancelli standen.
Im Jahr 1515 errichtete er ein Atelier in Barcelona, begleitet von drei italienischen Marmorbildhauern: Simón de Bellalana, Victorio Cogono und Juan Florentino. Doch selbst zu dieser Zeit blieben seine tatsächlichen künstlerischen Schaffen und seine Wege für die folgenden zwei Jahre weitgehend im Dunkeln. Erst am 7. Mai 1517 beauftragte ihn das Domkapitel mit der Gestaltung der Chorgestühle und des Marmor-Retrochoirs der Kathedrale von Barcelona. Wenige Monate später erhielten er und Juan Petit Monet den Auftrag, eine Skulpturengruppe darzustellen, die die Grablegung Christi für das Hospital de la Santa Creu zeigen sollte; dieses Werk ist leider nicht erhalten geblieben. Die Prachtentfaltung des Chores diente der Vorbereitung einer Sitzung des Ordens vom Goldenen Vlies, die im März 1519 unter dem Vorsitz von Karl I. von Spanien (Karl V., Heiliger Römischer Kaiser) in der Kathedrale stattfinden sollte. Dieses erste dokumentierte Werk von Ordóñez basierte auf der Zusammenarbeit mit den italienischen Assistenten seines Ateliers sowie Monet und, aufgrund des enormen Umfangs und der Dringlichkeit der Aufgabe, auch mit versierten Holzschnitzern – vermutlich war Siloé unter ihnen. Doch die Einheit des Stils und die durchgängige Exzellenz zeugen davon, dass Ordóneź eine meisterhafte Führungskraft war. Der obere Teil des Chores zeigt Szenen aus dem Alten Testament – die Ausfahrt Noahs und die Opferung Isaaks – sowie aus dem Neuen Testament – Christus auf dem Weg nach Kalvarienberg, die Kreuzabnahme und die Auferstehung – neben den vier Evangelisten und den sieben Tugenden. Alle diese Werke bestechen durch ihre Qualität und eine ikonografische Originalität, etwa in der Darstellung der Propheten, die durch den auferstandenen Christus aus der Hölle erlöst wurden und der Jungfrau Maria dargeboten werden.
Die Arbeit an der Kathedrale von Barcelona wurde in zwei Phasen vollzogen. Nach der bereits beschriebenen Etappe unternahm Ordóñez ab dem 11. Dezember 1517 eine dokumentierte Reise nach Neapel, während der er gemeinsam mit Diego Siloé in der Caracciolo di Vico Kapelle der Kirche San Giovanni Carbonara tätig war. Trotz einiger widersprüchlicher traditioneller Zuschreibungen bestätigt ein Brief von Pietro Summonte aus dem Jahr 1524 zweifelsfrei, dass beide Spanier an dieser Kapelle arbeiteten. Obwohl sich der Brief nur auf das Retabel bezieht, lässt die Ähnlichkeit zur architektonischen Struktur des Retrochoirs der Kathedrale von Barcelona vermuten, dass auch die Marmorverkleidung und die Architektur der kreisförmigen Kapelle (die später in der Kathedrale von Guadix widerhallte) Ordóñez zugeschrieben werden können. Das Retabel umfasst ein exzellentes Relief der Anbetung der Könige mit einer zarten pyramidalen Komposition, die an Leonardo da Vinci erinnert – sehr ausgewogen und in einer perfekten, fast malerischen Technik ausgeführt. Dies war möglicherweise nicht Ordóñez' einzige Arbeit in Neapel: Es wird angenommen, dass er auch die Grabmonumente von Galeazzo Pandone in der Kirche San Domenico Maggiore sowie von Andrea Bonifacio Cicaro in der Kirche der Heiligen Severinus und Sosius entwarf und ausführte.
Nach seiner Rückkehr nach Barcelona zu Beginn des Jahres 1519 heiratete er Catalina Calaf. Sein Aufenthalt in Barcelona war jedoch nicht von Dauer: Im Herbst desselben Jahres brach er nach Carrara auf. Dennoch arbeitete er in dieser Zeit an der Marmorskulptur des Retrochoirs der Kathedrale von Barcelona; er konnte dieses Werk nicht vollenden, welches schließlich 1562 von Pedro Villar fertiggestellt wurde. Die Struktur war als dorische Kolonnade mit Balustrade über einem schlichten Sockel angelegt, wobei sich die Skulpturen in den Zwischenräumen der Säulen befanden. Reich geschmückt, weist dieses Werk Ähnlichkeiten mit der Caracciolo-Kapelle auf. Ordóñez schuf Reliefs, die das Bekenntnis der Heiligen Eulalia vor den Richtern darstellen (mit einem starken Einfluss Michelangelos) sowie den Moment ihres Martyriums, in dem die Flammen, statt ihren keuschen, nackten Körper zu verzehren, sich gegen die Henker wenden. Auch die Darstellung des Heiligen Severus stammt von ihm, wenngleich die Bilder des Heiligen Olegarius und des Heiligen Raimund von Peñafort aus dem 17. Jahrhundert stammen.
Weitere mögliche Werke seiner in Spanien sind das Alabasterrelief der „Heiligen Konversation“ im Diözesanmuseum von Barcelona, das unvollendet wirkt, sowie die Auferstehung in der Retrochoir-Kapelle der Kathedrale von Valencia. Am 1. Mai 1519 übernahm er einen Vertrag für Arbeiten, die zuvor Domenico Fancelli zugesprochen worden waren: die Gräber von Philipp I. und Johanna von Kastilien in Granada sowie das des Kardinals Cisneros in Alcalá de Henares und, laut seinem Testament, auch jene einiger Mitglieder der Familie Fonseca. Er reiste nach Carrara mit der Absicht, nach Barcelona zurückzukehren, doch nach dem Tod seiner Frau eröffnete er ein neues Atelier in Carrara. Dort arbeitete er voller Eifer, doch selbst verstarb er bereits im darauffolgenden Jahr.

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