Das Erwachen eines florentinischen Malers
Bartolomeo Ghetti, auch bekannt als Baccio di Zanobi Ghetti, war ein florentinischer Renaissance-Maler, der erst durch jüngste kunsthistorische Forschungen aus dem Schatten der Vergessenheit ans Licht gerückt ist. Von Vasari als ein Schüler Ghirlandaios beschrieben, war sein künstlerischer Werdegang von einer bedeutenden Wanderung zwischen Italien und Frankreich geprägt. Historische Dokumente belegen seine Tätigkeit am Hofe von König Franz I., wo er sowohl als Hofmaler als auch als Valet de Chambre diente. Seine Präsenz in Frankreich wird durch verschiedene Zahlungsbelege untermauert, die unter anderem Arbeiten aus den Jahren 1519 bis 1532 dokumentieren.
Neben seiner Tätigkeit als Maler widmete sich Ghetti zudem der Illumination von Manuskripten. Sein künstlerischer Stil zeichnet sich aus durch:
Werke und Aufträge
Das erhaltene Werk von Ghetti umfasst eine Vielzahl von Gemälden und Buchmalereien. Sein bekanntestes Großwerk ist ein Altarbild in der Collegiata von Fucecchio, das eine Madonna mit Kind zusammen mit den Heiligen Johannes dem Täufer, Markus, Andreas und Petrus sowie eine Taufe Christi darstellt. Dieses Werk setzt sich aus einem unteren Altarblatt und einer Lunette zusammen. Ein weiteres bedeutendes Zeugnis seiner Kunst ist eine freskoierte Lunette in der Kirche San Pietro a Selva bei Malmantile, die die Madonna mit Kind zeigt.
Zu seinen Aufträgen in Frankreich gehörten: