John Hultberg: Ein Meister des abstrakten Expressionismus und Realismus
John Hultberg war ein bedeutender amerikanischer Maler des abstrakten Expressionismus und des abstrakten Realismus. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn war er eng mit der Bay Area Figurative Movement verbunden; darüber hinaus widmete er sich als Dozent und Dramatiker der darstellenden Kunst.Geboren wurde John Hultberg im Jahr 1922 in Berkeley, Kalifornien. Er wuchs zusammen mit seiner Schwester Helen und seinen Brüdern Paul und Dean auf.
Hultberg studierte am Fresno State College, welches er 1943 abschloss. Während des Zweiten Weltkriegs diente er als Leutnant der Marine. Nach dem Krieg ermöglichte ihm das G.I.-Bill-Programm ein Studium an der California School of Fine Arts (CSFA), der heutigen San Francisco Art Institute. In dieser prägenden Zeit lernte er von Größen wie Mark Rothko und Clyfford Still. Er war zudem Kommilitone von Richard Diebenkorn, der später auch als Mentor fungierte, sowie von James Budd Dixon, Walter Kuhlman, Frank Lobdell und George Stillman. Gemeinsam schufen sie ein Portfolio aus 17 Lithografien. Dieses im Jahr 1948 erschienene Werk mit dem Titel Drawings gilt heute als Meilenstein der abstrakten expressionistischen Druckgrafik. Diese Künstlergruppe wurde aufgrund ihres Wohnortes in Sausalito, nördlich von San Francisco, auch als „The Sausalito Six“ bekannt. Hultberg stand zudem in künstlerischem Austausch mit Zeitgenossen wie Clay Spohn und David Park. Ab 1ng 1952 vertiefte er seine Ausbildung an der Art Students League in New York.
Nach seiner ersten Ehe mit Hilary Blech begegnete Hultberg 1961 im Artist's Club in New York der Künstlerin Lynne Mapp Drexler. In diesem pulsierenden Umfeld, in dem der abstrakte Expressionismus intensiv diskutiert wurde, fanden sie zueinander. Das Paar reiste drei Jahre lang durch Mexiko, die Westküste und Hawaii, bevor sie Ende der 1960er Jahre im legendären Chelsea Hotel in New York lebten.
Auf der Suche nach einer ruhigeren Umgebung erwarben sie 1971 ein Haus vor der Küste Main auf Monhegan Island. Ihr Leben pendelte fortan zwischen der Metropole New York und der Natur Maines, wobei sie ihre Sommer bevorzugt in ihrem Haus auf der Insel verbrachten. [nb 2]
Im Jahr 1983 zog Drexler dauerhaft an den Lighthouse Hill auf Monhegan Island, einem Rückzugsort für Künstler, den sie bereits seit 1963 im Sommer besuchte. Hultberg hingegen empfand die harten Winter der Insel als zu beschwerlich und zog 1985 nach Portland. Obwohl er Drexler bat, ihn zu begleiten, entschied sie sich, auf der Insel zu bleiben. Zum Zeitpunkt ihres Todes am 30. Dezember 1999 lebten die beiden bereits getrennt.
Hultberg verstarb am 15. April 2005 im Roosevelt Hospital in New York infolge von Komplikationen eines Schlaganfalls. Er wohnte auf der Upper West Side der Stadt. Er hinterließ einen Sohn namens Carl R. Hultberg; Elaine Wechsler war seine Agentin und Partnerin.
John Hultberg
Hultbergs Schaffen konzentrierte sich primär auf abstrakte expressionistische Gemälde, die durch eine minimalistische und dunkle Ästhetik bestachen. Ebenso erschuf er surrealistische, imaginäre Landschaften, die durch „lineare Perspektiven und winklige Formen“ geprägt waren. Man beschrieb Hultberg als Vertreter des abstrakten Realismus, der das „Abstrakte“ mit dem „Konkreten“ verband – stets mit einem scharfen Blick für Details, einer kühnen Farbgebung und einer kraftvollen Komposition.
Bereits 1952 wurde er im Museum of Modern Art im Rahmen einer Ausstellung neuer Künstler vorgestellt. Zwischen 1954 und 1955 lebte er ein Jahr lang in Paris, wo er sich einen Namen für seine Arbeiten machte. Im Jahr 1955 gewann er den ersten Preis der Corcoran Biennial in Washington.
Seine Malerei war tief von seiner Zeit auf Monhegan Island beeinflusst, und seine Karriere erlebte nach seinem Umzug nach Portland einen weiteren Aufschwung. Seine Werke wurden in zahlreichen Galerien ausgestellt, darunter die Anita Shapolsky Gallery in New York City und die Albright Art Gallery in Buffalo, New York. Neben seiner Malerei gab er Vorträge und präsentierte 1985 eine Ausstellung im Portland Museum of Art.
Ein von ihm verfasstes Theaterstück wurde von der Theaterabteilung der University of Maine aufgeführt. Zudem veröffentlichte er das Buch Sole Witness, Vagabondage, a Paris Odyssey (1953–1955) sowie Lyrik und weitere Schriften. Er lehrte Kunst auf Hawaii und an der Westküste.
Bis 1990 war er als Dozent an der Art Students League tätig und lebte fest in New York. Er unterrichtete dort bis in die Woche seines Todes. Seine Werke waren Teil einer Gruppenausstellung in Aucocisco, Portland, im Februar 2005, zu jenem Zeitpunkt, als er noch in New York City lebte.
Wolfgang Saxon, The New York Times
Seine Werke befinden sich in den folgenden Sammlungen:
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