Frühes Leben und künstlerische Anfänge
- Name: Samuel Ireland
- Andere Namen: Keine
- Herkunft: WikiOO
- Geboren: London, Großbritannien (1744)
- Gestorben: 1800
- Samuel Ireland begann sein Leben als Weber in Spitalfields, London. Er wechselte zum Handel mit Drucken und Zeichnungen und zeigte damit schon früh Interesse an der Kunstwelt.
- Er widmete seine Freizeit der Selbstbildung in Zeichnen, Radieren und Sticken und erlangte genug Geschicklichkeit, um 1760 eine Medaille von der Society of Arts zu erhalten.
- Im Jahr 1784 stellte er auf der Royal Academy aus und zeigte eine Ansicht von Oxford, was eine frühe formelle Anerkennung seiner künstlerischen Bemühungen markierte.
Radierer und Sammler
- Irlands Arbeit als Radierer umfasste die Anfertigung von Platten nach Künstlern wie John Hamilton Mortimer und William Hogarth zwischen 1780 und 1785.
- Er fertigte gestochene Porträts an, insbesondere von General Oglethorpe (1785) und Thomas Inglefield (1787), die sich heute in der Druckstube des British Museum befinden.
- Neben dem Radieren entwickelte Ireland eine bedeutende Leidenschaft für das Sammeln von Büchern, Bildern und Kuriositäten, was zu einem prägenden Aspekt seines Lebens wurde.
- Seine Sammlung führte zur Veröffentlichung von "Graphic Illustrations of Hogarth" (1794), die seine eigenen Radierungen enthielt, mit einem zweiten Band im Jahr 1799. Diese Arbeit demonstrierte sowohl sein künstlerisches Können als auch sein Interesse an der Dokumentation der Kunstgeschichte.
Reisen und malerische Ansichten
- Im Jahr 1790 veröffentlichte Ireland "A Picturesque Tour through Holland, Brabant, and part of France", eine Reisebeschreibung begleitet von Radierungen basierend auf Zeichnungen, die er während seiner Reisen anfertigte.
- Diese Reihe etablierte ihn als wichtigen Vertreter der topografischen Kunst und fing Landschaften und Szenen Europas mit detaillierten Illustrationen ein.
- Er setzte dieses Thema mit späteren Veröffentlichungen fort, darunter:
- "Picturesque Views on the River Thames," (1792)
- "Picturesque Views on the River Medway," (1793)
- "Picturesque Views on the Warwickshire Avon," (1795)
- "Picturesque Views on the River Wye," (1797)
- Diese Veröffentlichungen wurden von Sammlern hoch geschätzt und trugen wesentlich zu seinem Ruf bei.
Der Shakespeare-Fälschungsskandal
- Irlands Vermächtnis ist untrennbar mit einem bedeutenden Skandal verbunden, der um gefälschte Shakespearedokumente ging.
- Sein Sohn, William Henry Ireland, behauptete, Manuskripte entdeckt zu haben, die angeblich von Shakespeare geschrieben wurden, darunter eine Hypothek und Teile von Stücken wie "Vortigern and Rowena".
- Anfangs wurden diese Fälschungen von namhaften literarischen Persönlichkeiten wie James Boswell und Samuel Parr als echt akzeptiert. Führende Shakespeare-Gelehrte wie Edmond Malone und George Steevens verurteilten sie jedoch schnell.
- Der Skandal deckte letztendlich Williams Henry Irlands Täuschung auf und trug dazu bei, den Ruf sowohl des Vaters als auch des Sohnes zu schädigen. Obwohl Samuel seine Unschuld beteuert hatte, bleibt der Vorfall ein kontroverses Kapitel in der Literaturgeschichte.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Trotz der Shakespeare-Fälschungsskandale wird Samuel Ireland für seine Beiträge zur topografischen Kunst und dem Radieren erinnert.
- Seine "Picturesque Views"-Reihe bietet wertvolle visuelle Aufzeichnungen über das 18. Jahrhundert in England und Europa.
- Er spielte eine Rolle bei der Popularisierung der Kunstschätzung durch seine Veröffentlichungen und machte künstlerische Werke einem breiteren Publikum zugänglich.
- Der Shakespeare-Fälschungsskandal dient als warnendes Beispiel für die Bedeutung kritischer Bewertung und wissenschaftlicher Strenge.
- Irlands Leben veranschaulicht die Komplexität eines Einzelnen, der in den Welten Kunst, Sammeln und historischer Wissenschaft im 18. Jahrhundert England navigiert.
