Portrait of Georg Baselitz

Georg Baselitz: The 24 Most Famous Paintings, Documented

Updated Oktober 2026 · ranked by our popularity score (searches, visits and orders for each work) · 24 works by Georg Baselitz in our catalogue

Zusammenfassung

According to this ranking, Abendmahl in Dresden (1983) is the most famous painting by Georg Baselitz; the Kunsthaus Zürich, Zürich, holds it. It is followed by Der Ausgang - Karl (1987) and Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl (1979). This list draws on the 24 works by Georg Baselitz in the catalogue and records the 24 most famous, with date, holding museum and description for each entry.

1938 – 2026, Deutschbaselitz Neoexpressionismus Most works: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Georg Baselitz: top 10 entries of the list

1
Abendmahl in Dresden (1983) by Georg Baselitz

Abendmahl in Dresden

1983 · Öl auf Leinwand · Kunsthaus Zürich, Zürich

In der weiten, imposanten Ausdehnung von Abendmahl in Dresden werden die Betrachter in eine Welt eingeladen, in der die Realität auf den Kopf gestellt wird – im wahrsten Sinne des Wortende. Dieses monumentale Ölgemälde auf Leinwand, das sich über vier Meter in die Länge erstreckt, dient als tiefgreifendes Zeugnis für das Genie von Georg Baselitz, einer der provokantesten Stimmen der neoexpressionistischen Bewegung. Auf den ersten Blick präsentiert das Gemälde eine…

2
Der Ausgang - Karl (1987) by Georg Baselitz

Der Ausgang - Karl

1987 · Öl auf Leinwand · ALBERTINA KLOSTERNEUBURG, Klosterneuburg

Ein Mann steht innerhalb des Rahmens, seine Form eingefangen in einem Moment schwerer Gestik. Er trägt einen schwarzen Anzug und eine Krawatte, doch seine Gestalt ist verzerrt, gezogen von einer unsichtbaren Spannung. Seine Arme streben nach oben und durchbrechen die Stille der Komposition. Die Leinwand hält ihn in einem Aufeinandertreffen von Primärtönen fest, in dem tiefes Blau auf ein scharfes, leuchtendes Gelb trifft. Ein Schachbrettmuster durchschneidet die Szene und verleiht…

3
Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl (1979) by Georg Baselitz

Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl

1979 · Holzschnittdruck · Tate Britain, London

Georg Baselitz' „Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl“, geschaffen im Jahr 1979, ist nicht bloß die Darstellung einer Frau; es ist eine rohe, verstörende Ausgrabung des menschlichen Zustands. Entstanden aus den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs und tief verwurzelt in der zerklüfteten Landschaft des Nachkriegsdeutschlands, setzt sich Baselitz' Werk beständig mit Themen wie Zerstörung, Erinnerung und der inhärenten Instabilität von Repräsentation auseinander. Dieses spezielle Werk verkörpert diese Anliegen mit einer fesselnden Intensität,…

Georg Baselitz: list continued, 11 to 24

Principal subjects in the work of Georg Baselitz

The four subjects most frequently represented among these works, each with its best-known example.

Georg Baselitz: holding museums

The 8 museums that hold the most of the paintings on this page.

Museum City Works by Georg Baselitz Paintings from this list
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, MünchenBayerische Staatsgemäldesammlungen München 4 Three Field Workers, Sea Swallow, Picture Sixteen
Statens Museum for Kunst, KopenhagenStatens Museum for Kunst Kopenhagen 4 Untitled, Landscape with Shoe, Female Landscape
Städel Museum, Frankfurt am MainStädel Museum Frankfurt am Main 3 Oberon (1. Orthodoxer Salon 64 - E. Neijsvestnij), Acker, Eagle
ALBERTINA KLOSTERNEUBURG, KlosterneuburgALBERTINA KLOSTERNEUBURG Klosterneuburg 2 Der Ausgang - Karl, Vorwärts Wind (Remix)
Kunsthaus Zürich, ZürichKunsthaus Zürich Zürich 1 Abendmahl in Dresden
Tate Britain, LondonTate Britain London 1 Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl
Museum Ludwig, KölnMuseum Ludwig Köln 1 Model for a Sculpture
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, KarlsruheStaatliche Kunsthalle Karlsruhe Karlsruhe 1 Fixed Idea

Georg Baselitz by decade: the most famous painting of each

Works per decade

Select a decade to display its principal painting.

Georg Baselitz: questions and documented answers

Which Georg Baselitz painting heads the list of most famous works?Display the answer

Abendmahl in Dresden (1983), Kunsthaus Zürich, Zürich. The following entries are Der Ausgang - Karl (1987) and Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl (1979).

What age had Georg Baselitz reached when Abendmahl in Dresden was painted?Display the answer

45 years: Georg Baselitz was born in 1938 and Abendmahl in Dresden is dated 1983.

Which works make up the top 10 of Georg Baselitz?Display the answer

Abendmahl in Dresden, Der Ausgang - Karl, Weiblicher Akt auf einem Küchenstuhl, Oberon (1. Orthodoxer Salon 64 - E. Neijsvestnij), Three Field Workers, Sea Swallow, Model for a Sculpture, Untitled, Der jäger and Fixed Idea. The list above records the date and holding museum of each.

How many works by Georg Baselitz are recorded?Display the answer

The catalogue records 24 works by Georg Baselitz, dated between 1962 and 2015.

In which collections are Georg Baselitz's most famous works held?Display the answer

Principally in Bayerische Staatsgemäldesammlungen (München), Statens Museum for Kunst (Kopenhagen) and Städel Museum (Frankfurt am Main). The museum table above gives the full distribution.

When were the most famous works of Georg Baselitz painted?Display the answer

In 1980s: 8 of the 24 works listed on this page are dated to that period, including Abendmahl in Dresden.

Which dated works by Georg Baselitz are the earliest and the latest here?Display the answer

The earliest dated work listed here is Acker (1962); the latest is Di nuovo arrivato (2015).

What materials did Georg Baselitz use most frequently?Display the answer

Öl auf Leinwand, in 2 of the 24 works listed on this page.

Which art movement does Georg Baselitz represent?Display the answer

Neoexpressionismus, as documented by the works on this page.

Which works of Georg Baselitz are held by the Bayerische Staatsgemäldesammlungen?Display the answer

Three Field Workers, Sea Swallow and Picture Sixteen are among the 4 works on this page in the collection of the Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München.

Georg Baselitz: life and work

Ein Leben, geschmiedet im Schatten der Geschichte

Geboren als Hans-Georg Bruno Kern am 23. Januar 1938 im kleinen deutschen Dorf Deutschbaselitz, war der Künstler, der der Welt später als Georg Baselitz bekannt werden sollte, ein Kind tiefgreifender Umbrüche und Erschütterungen. Da er in der Oberlausitz inmitten der wörtlichen und metaphorischen Trümmer des Zweiten Weltkriegs aufwuchs, war sein frühes Bewusstsein untrennbar mit Themen wie Zerstörung, Vertreibung und der zerbrochenen Ordnung einer erschütterten Gesellschaft verbunden. Diese prägende Umgebung – geprägt vom Verlust der Gemeinschaft und dem nachwirkenden Trauma der Besatzung – wurde zum Fundament seiner künstlerischen Vision. Die Verwüstung, die er miterlebte, lieferte nicht bloß Sujets; sie pflanzte in ihm das dringende, lebenslange Bedürfnis ein, etablierte Konventionen zu hinterfragen und das Wesen der Wahrnehmung durch die Linse einer Welt zu erforschen, die auf den Kopf gestellt worden war.

Seine frühen künstlerischen Neigungen wurden durch eine tiefe intellektuelle Neugier und bedeutende kulturelle Begegnungen genährt. Der Einfluss seines Vaters, eines Grundschullehrers, förderte einen disziplinierten Blick für die Beobachtung, während die tiefgründigen Schriften von Jakob Böhme seinem Weltbild eine spirituelle und philosophische Komplexität verliehen. Ein entscheidender Moment in seiner Entwicklung ereignete sich, als er bei einer Schulversammlung in Kamenz auf Louis-Ferdinand von Rayskis Wermsdorfer Wald stieß. Dieses Meisterwerk des Realismus entfachte eine Faszination für das Einfangen visueller Wahrheit, was ihn dazu brachte, Porträts, religiöse Themen und Landschaften zu schaffen, die bereits in seiner Jugend auf eine futuristischere und beunruhigendere Vision hindeuteten.

Die Revolution der Inversion und des Neo-Expressionismus

Als sich die Kunstwelt in den 1960er Jahren dem sterilen Intellektualismus des Minimalismus und der Konzeptkunst zuwandte, inszenierte Baselitz eine viszerale Rebellion. Er wurde zu einer führenden Stimme des Neo-Expressionismus, einer Bewegung, die danach strebte, die rohe Kraft und emotionale Intensität der figurativen Malerei zurückzugewinnen. Sein Beitrag war jedoch weit mehr als eine einfache Rückkehr zur Tradition. Im Jahr 1969 führte Baselitz eine der radikalsten Innovationen der modernen Kunst ein: die Technik, seine Motive auf dem Kopf zu malen. Diese bewusste Inversion war kein bloßer Trick; es war ein tiefgreifender Versuch, das Motiv seines darstellerischen, inhaltsgetriebenen Charakters zu berauben. Indem er die Figur auf den Kopf stellte, zwang er den Betrachter, sich mit der Künstlichkeit des Gemäldes selbst auseinanderzusetzen – über das „Was“ des Bildes hinauszublicken und sich stattdessen auf die Textur, die Farbe und die physische Realität der Farbe auf der Leinwand zu konzentrieren.

In dieser Periode entstanden Werke, welche die Grenzen des Mediums herausforderten. Seine Kompositionen oszillierten oft zwischen erkennbarer Figuration und einer chaotischen, fiebrigen Energie. In monumentalen Stücken wie Abendmahl in Dresden gestaltete er historische Narrative durch eine Linse der Unordnung und chromatischen Kollision neu, wobei er markante Nuancen von Rosa, Blau und Schwarz nutlzte, um ein Gefühl rastloser, unbändiger Energie zu erzeugen. Seine Arbeit in dieser Ära fungierte als Ausgrabung des menschlichen Zustands, indem sie Verzerrung nutzte, um Verletzlichkeit sowie die inhärente Instabilität von Erinnerung und Identität auszudrücken.

Ein bleibendes Vermächtnis der Provokation

Im Laufe seiner produktiven Karriere war Baselitz’ künstlerische Sprache ein komplexer Wandteppich, gewebt aus zahllosen Einflüssen – von der Strenge des Sozialistischen Realismus und der dramatischen Spannung des Manierismus bis hin zu den primalen Rhythmen afrikanischer Skulptur. Diese eklektische Synthese ermöglichte es ihm, ein Werk zu schaffen, das sich sowohl tief in der deutschen Geschichte verwurzelt als auch universell resonant in seiner Erforschung existenziềnellen Kampfes anfühlt. Ob durch seine eindrucksvollen Ölgemälde, seine evokativen Skulpturen oder seine komplexen grafischen Arbeiten – Baselitz blieb seiner Verpflichtung gegenüber einem Stil treu, der durch eine beunruhigende Ehrlichkeit gekennzeichnet ist.

Die historische Bedeutung von Georg Baselitz liegt in seiner Fähigkeit, das Trauma der Vergangenheit in eine revolutionäre Ästhetik für die Zukunft zu verwandeln. Er dokumentierte die Zerstörung nicht nur; er nutzte sie als Werkzeug, um die Sprache der Malerei neu aufzubauen. Zu seinen Errungenschaften gehören:

  • Neudefinition der Figuration: Das Aufbrechen der Abhängigkeit von narrativen Inhalten durch den radikalen Einsatz der Inversion.
  • Meisterschaft des Neo-Expressionismus: Die Führung einer globalen Wiederbelebung der emotionalen, viszeralen Malerei in einer Ära konzeptueller Dominanz.
  • Erforschung der Identität: Die Nutzung verzerrter Formen, um sich mit den Komplexitäten der deutschen Nachkriegsidentität und der Zerbrechlichkeit der menschlichen Form auseinanderzusetzen.
  • Technische Innovation: Die Integration vielfältiger kultureller Einflüsse in eine singuläre, unverkennbare künstlerische Stimme, die Generationen von Malern und Bildhauern weiterhin beeinflusst.

Heute steht Baselitz als eine der einflussreichsten Figuren des zwanzigsten Jahrhunderts – ein Maler, dessen Werk ein kraftvolles Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit der Kreativität angesichts des Chaos bleibt.

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