Lanhydrock House: Ein viktorianisches Erschatz in Cornwall
Lanhydrock House steht als Zeugnis für die Pracht des viktorianischen Englands, eingebettet im üppigen Grün Cornwalls’ Küstenlinie. Mehr als nur ein prächtiges Herrenhaus ist es eine sorgfältig erhaltene Tür zu einer vergangenen Epoche – ein Ort, an dem opulente Innenräume auf weitläufige Gärten treffen und Geschichten von aristokratischem Ehrgeiz und familiärer Erbschaft flüstern. Verwaltung durch den National Trust seit 1930 bietet Besuchern eine unvergleichliche Möglichkeit, sich zurückzuverfolgen und die sinnliche Fülle des viktorianischen Lebens zu erleben.
Architektur und Gestaltung
Das Haus ist ein Paradebeispiel für viktorianischen Stil und spiegelt den Reichtum und gesellschaftlichen Status seiner ursprünglichen Eigentümer wider. Seine Fassade wurde von Sir John Rothschild III im Jahr 1835 erbaut und zeichnet sich durch symmetrische Elemente aus, die mit dekorativen Moldings und Fenstern gekrönt sind, die in elegante Palladian-Bögen eingebettet sind. Hohe Decken und sorgfältig gestaltete Kaminöfen zeugen von der außergewöhnlichen Ausstattung und dem Geschmack seiner Zeit. Besonders beeindruckend ist das zentrale Courtyard, das einen privaten Rückzugsort bietet und eine Atmosphäre von Eleganz und Komfort schafft. Die Gestaltung wurde maßgeblich beeinflusst von Capability Brown, einem renommierten Landschaftsarchitekten, dessen Ideen zu den weitläufigen Gärten des Anwesens führten.
Geschichte und besondere Merkmale
Die Geschichte von Lanhydrock House reicht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück, als das Landgut zunächst einem Kloster im Besitz des Priorats von St Petroc gehörte. Nach der Auflösung der Klöster unter Heinrich VIII. erwarb die Familie Glynn im Jahr 1543 das Anwesen und begann damit eine neue Ära. Durch Heirat ging es später an die Familie Lyttelton über, bevor sie schließlich durch weitere Heiratsgeschäfte zur Familie Trenance gelangte. Ein entscheidender Wendepunkt war der Bau des Herrenhauses zwischen 1620 und 1651 durch John Robartes II., dessen Sohn Henry Robartes III. das Erbe seines Vaters übernahm und damit eine bedeutende Rolle im politischen Leben Cornwalls spielte. Die Familie Robartes engagierte sich für soziale Reformen und unterstützte Bildungseinrichtungen und prägte somit die Landschaft des Anwesens sowohl materiell als auch kulturell. Besonders außergewöhnlich ist die Sammlung von Kunstwerken und Möbeln aus dem viktorianischen Jahrhundert, darunter Meisterwerke von Künstlern wie Alfred Tennyson und Dante Gabriel Rossetti sowie eine beeindruckende Auswahl an dekorativen Gegenständen und Textilien.
Die Gärten von Lanhydrock
Die Gärten von Lanhydrock sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Anwesens und bieten Besuchern einen einzigartigen Einblick in die Landschaftsgestaltung der viktorianischen Zeit. Ursprünglich nach Capability Brown gestaltet, erstrecken sich die Gärten über 890 Hektar und beherbergen eine außergewöhnliche Vielfalt an Pflanzenarten – darunter seltene Arten, die heute nur noch selten zu finden sind. Besonders beeindruckend ist der zentrale Garten mit seinen formalen Bereichen und ausgewählten Bäumen und Sträuchern sowie der Flussuferpfad, der einen ruhigen Rückzugsort bietet und gleichzeitig eine wunderschöne Perspektive auf die Landschaft eröffnet. Darüber hinaus beherbergt das Anwesen einen historischen Gemüsegarten und einen Kräutergarten, die historische Praktiken und Traditionen widerspiegeln.
Ausstellungen und Forschung
Lanhydrock House organisiert regelmäßig Ausstellungen, die sich mit verschiedenen Aspekten der viktorianischen Kunst und Kultur beschäftigen – oft unter Einbeziehung von Werken bedeutender Museen weltweit. Aktuelle Projekte konzentrieren sich auf die Darstellung der Geschichte des Anwesens und seiner Bewohner sowie auf die Untersuchung sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen im viktorianischen Großbritannien. Darüber hinaus wird intensiv Forschung durchgeführt, um neue Erkenntnisse über die Bedeutung von Lanhydrock House für die Geschichte Cornwalls und Britanniens zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser Forschung werden regelmäßig in Publikationen und Vorträgen vorgestellt und tragen dazu bei, das Wissen über dieses außergewöhnliche historische Erschatz zu erweitern.