Paul Nauen

1859 - 1932

Frühe Jahre, Familie und Ausbildung

Am 6. Dezember 1859 wurde Paul Nauen in Hamburg in eine Kaufmannsfamilie hineingeboren. Seine frühen Lebensjahre waren geprägt von der geordneten und disziplinierten Atmosphäre eines Haushalts, der tief im Handel verwurzelt war. Den Weg seiner Bildung schritt er am Wilhelms-Gymnasium in München, wo er sich auf ein Leben vorbereitete, das weit über die Welt des Kommerzes hinausreichte. Im Jahr 1878 trat er schließlich in die Münchner Akademie der Bildenden Künste ein, um seine formale künstlerische Ausbildung zu beginnen.

Das Atelier erwies sich als ein Ort strenger und intensiver Unterweisung unter der Anleitung von Gyula Benczúr, Alexander von Liezen-Mayer und Ludwig von Löfftz. Diese Meister legten das Fundament für seine spätere Spezialisierung auf Porträts und Landschaften. In seinen prägenden Jahren vertiefte er sich in die Techniken der Münchner Schule und lernte, die subtilen Details seiner Motive sowie das kunstvolle Spiel des Lichts in einer Landschaft mit höchster Präzision zu erfassen.

Berufliche Tätigkeit in München und Düsseldorf

In München war das Leben von Nauen geprägt durch die geteilten Welten der Lehre und der Atelierarbeit. Er widmete seine Zeit einer Privatschule, in der er Seite an Seite mit Friedrich Fehr und Ludwig Schmid-Reutte wirkte. Bis zum Jahr 1890 war aus dieser Zusammenarbeit eine gemeinsam gegründete private Malerschule erwachsen. Die Atmosphäre war geprägt von beständiger Unterweisung, in deren Zentrum er jenen, die das Handwerk zu meistern suchten, zur Meisterschaft verhalf.

Die späten 1880er Jahre brachten einen Wechsel der Kulisse, als Nauen nach Düsseldorf zog. Er richtete seine Werkstatt im Wunderbau ein, einem Raum, der nach dem Brand der Akademie viele Künstler aufnehmen musste. Es war eine überfüllte, provisorische Anordnung von Ateliers. Trotz der beengten Verhältnisse hielt er an seiner Lehrtätigkeit fest und führte neun Schüler durch die Grundlagen der Malerei und der Aktzeichnung.

Reisen und internationale Anerkennung

Nauens Präsenz in der Kunstwelt erstreckte sich weit über die Grenzen der deutschen Staaten hinaus. Bereits im Jahr 1892 fand sein Schaffen in einer Kollektivausstellung in Düsseldorf Beachtung. Bis zum Jahr 1906 war sein Ruf sogar über den Atlantik hinweg bekannt geworden. Während eines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten bereiste er New York und Lenox. Seine Zeit in Amerika war geprägt von bedeutenden Aufträgen für verschiedene Mitglieder der Familie Colgate, und er wurde während dieser Reisezeit zudem durch ein festliches Abendessen geehrt.

Auch in den verschiedenen kulturellen Zentren Europas fand seine Meisterschaft hohe Wertschätzung. Im Jahr 1906 berichteten die New York Times über die Verleihung einer Goldmedaille in Wien, die er für das Porträt einer Frau erhalten hatte. Diese Auszeichnung war die Krönung einer Phase intensiver künstlerischer Tätigkeit, in der seine Gemälde in zahlreichen Städten und auf vielfältigen Ausstellungen in ganz Europa zu sehen waren.

Kreis, Rivalen und Schüler

In München trug Paul Nauen gemeinsam mit Friedrich Fehr und Ludwig Schmid-Reutte zur Gründung einer privaten Kunstschule bei. Dieser Ort wurde zu einem Magneten für eine vielfältige Gruppe von Talenten, von denen einige weite Wege auf sich nahmen, um unter seiner fachkundigen Anleitung zu studieren. Zu den Persönlichkeiten, die sich in seinem künstlerischen Umfeld versammelten, gehörten Anna Beyer, Mathilde Block, Olga Boznańska und Hans Beat Wieland. Die Schule wurde zudem von Künstlern wie Rudolf Yelin dem Älteren, Marie Stein-Ranke, Hans Schadow und Robert Breyer besucht. Sein pädagogischer Einfluss erstreckte sich zudem auf Schüler wie Ernst Kreidolf, Hermann Kauffmann den Jüngeren, Elbridge Burbank und Marianne Rusche.

Die Strahlkraft seiner Lehrtätigkeit überschritt dabei nationale Grenzen und zog auch polnische Studenten wie Stanisław Dębicki und Marian Wawrzeniecki an. Besonders hervorzuheben ist seine Verbindung zu Boznańska, da die beiden Künstler ein tiefes gegenseitiges Interesse daran teilten, einander in Porträts festzuhalten. Während einige Berichte auf ein klassisches Lehrer-Schüler-Verhältnis hindeuten, scheint ihre Bekanntschaft vielmehr von einer engen, persönlichen Verbundenheit geprägt gewesen zu sein – ein Austausch von Porträts, die ihre Züge während ihrer gemeinsamen Zeit in München meisterhaft einfingen.

Wo man seine Werke heute bewundern kann

Um die physischen Spuren von Nauens künstlerischem Schaffen zu verfolgen, muss man den Blick auf bedeutende institutionelle Sammlungen in Deutschland und Polen richten. In München bewahren die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ein Werk aus seiner aktiven Schaffenszeit auf. Diese Kostbarkeiten gewähren uns einen tiefen Einblick in jene technische Meisterschaft, mit der er sich innerhalb der traditionsreichen Ästhetik der Münchner Schule bewegte.

Die tiefe Verbindung zwischen Nauen und Olga Boznańska ist bis heute durch einen wechselseitigen Austausch von Porträts aus dem Jahr 1893 lebendig geblieben. Im Nationalmuseum in Krakau findet man ein Porträt von Paul Nauen, das Boznańska in jenem Jahr schuf. Dieses Werk ist untrennbar mit der Geschichte ihrer gegenseitigen Bekanntschaft verwoben, die auch Nauens eigenen Versuch einschloss, Boznańska im selben Jahr in einem Porträt festzuhalten.

Fragen & Antworten

Wo und wann wurde Paul Nauen geboren?

Paul Nauen wurde im Jahr 1859 in Hamburg geboren.

Woher kommt Paul Nauen?

Paul Nauen wurde in Deutschland geboren.

Wo kann ich die Kunstwerke von Paul Nauen nach Kunstrichtungen sortiert finden?

Auf der Seite Alle Stilrichtungen werden die Kunstwerke von Paul Nauen nach Kunstströmungen gruppiert.

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
In welcher Stadt wurde Paul Nauen geboren?
Frage 2:
An welcher Institution begann Paul Nauen 1878 sein Studium?
Frage 3:
Welcher Künstler malte 1893 ein Porträt von Paul Nauen?
Frage 4:
In welches Land reiste Paul Nauen im Jahr 1906?
Frage 5:
Wer von diesen war einer der Lehrer von Paul Nauen?