Graphische Sammlung Albertina

Eckdaten

  • Movements:
    • baroque architecture
    • de
    • frührenaissance
    • high renaissance
    • hochrenaissance
  • Mediums:
    • acryl auf leinwand
    • acrylfarbe
    • aquarell
    • druckgrafik
    • gravur
  • Location: Wien, Österreich
  • Featured artists:
    • Michelangelo Buonarroti
    • Leonardo da Vinci
    • Albrecht Dürer
    • Hieronymus Bosch
    • Matthias Grünewald
  • Mehr Details anzeigen
  • Art types: wandkunst
  • Historical periods:
    • frühmittelalter
    • renaissance
  • Alternate names:
    • Graphische Sammlung Albertina
    • Grafische Sammlung der ALBERTINA Museum
    • Albertina Grafik Sammlung
    • Die Grafische Sammlung der ALBERTINA Museum
    • []
  • Works on APS: 88
Graphische Sammlung Albertina

Ursprung und Geschichte der Albertina

Die Grundsteine der Graphische Sammlung Albertina wurden im Jahr 1776 von Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen gelegt. Was als privater Rückzugsort für den Herzog begann, geformt durch seine persönliche Leidenschaft für die Zeichnung und den Druck, wandelte sich im Laufe der Zeit zu einem kostbaren Gemeingut. Dieser Übergang von einer privaten Sammlung zu einem nationalen Schatz vollzog sich durch das Handeln aufeinanderfolgender Generationen, die diese Bestände dem österreichischen Staat vermachten. Die Geschichte der Institution bleibt untrennbar mit dem Erbe der Dynastie der Habsburger verwoben und spiegelt die sich wandelnde politische und kulturelle Landschaft Wiens wider.

Die Sammlung wuchs durch die sorgfältige Akkumulation von Werken, welche die Evolution der visuellen Kommunikation nachzeichneten. Frühe Erwerbungen erfolgten oft mit der Unterstützung von Persönlichkeiten wie Giacomo Durazzo, einem Adligen, der für seine umfangreiche Bibliothek an Druckgrafiken bekannt war. Dieses frühe Fundament schuf die notwendige Tiefe, damit die Sammlung zu einem bedeutenden Archiv für die wissenschaftliche Forschung werden konnte. Der Übergang dieser Werke aus der privaten Sphäre des Adels in den öffentlichen Raum ermöglichte eine kontinuierliche Bewahrung der künstlerischen Abstammungslinien. Die Präsenz dieser Objekte innerhalb der Hofburg stellt zudem eine tiefe Verbindung zur architektonischen und politischen Geschichte der Region sicher.

Die Architektur des historischen Palastes

Das Gebäude ruht auf einem Ort von bedeutender historischer Tragweite, errichtet auf der Augustinerbastion, einem Teil der Wiener Stadtbefestigung. Dieses Fundament verbindet die heutige Institution untrennbar mit der Verteidigungsgeschichte der Stadt. Das Bauwerk selbst hat eine faszinierende Metamorphose vollzogen: Von seinen Ursprüngen als Hofbauamt entwickelte es sich zu einem prachtvollen Residenzpalast. Schließlich wandelte es sich von einem herrschaftlichen Heim in ein Heiligtum der Grafik – ein Wandel, der es den Innenräumen ermöglichte, den zarten und anspruchsvollen Bedürfnissen von Papier und Tinte gerecht zu werden.

Die Architektur präsentiert sich als harmonische Symbiose aus barocken und klassizistischen Elementen. Diese stilistische Überschneidung lässt einen Dialog zwischen verschiedenen Epochen des Designs entstehen. Während das Innere die Würde und Schwere seines historischen Zwecks bewahrt, erfuhr die Außenhülle im Jahr 2008 eine tiefgreifende Veränderung. Diese Modernisierung umfasste die Hinzufügung eines Daches von Hans Hollein, das der traditionellen Silhouette eine scharfe, moderne Präsenz verlieh. Das Ergebnis ist eine physische Schichtung der Geschichte, in der die opulente Pracht des Palastes auf die titanverkleidete Kante zeitgenössischer architektonischer Ambition trifft.

Eine gewaltige Sammlung grafischer Künste

Das Ausmaß der Bestände in der Graphische Sammlung Albertina wird durch eine immense Bandbreite an Medien definiert. Sie beherbergt einen der größten und bedeutendsten Kupferstichkabinette der Welt, der etwa eine Million Drucke alter Meister umfasst. Dieses Archiv erstreckt sich jedoch weit über die gedruckte Seite hinaus und beinhaltet zudem rund 65.000 Zeichnungen. Die Sammlung reicht von modernen grafischen Werken über Fotografien bis hin zu Architekturzeichnungen und umfasst insgesamt über eine Million Objekte. Diese Werke existieren als physische Spuren des kreativen Prozesses, bewahrt in den geschichtsträchtigen Mauern des Palastes.

Die Präsenz dieser Werke ermöglicht eine unmittelbare Begegnung mit der Evolution der visuellen Sprache. Man findet sich dabei wieder, wie man das akribische Detail eines einzelnen Grasbüschels oder die präzise Linie einer Renaissance-Studie betrachtet. Die Sammlung spannt den Bogen vom frühen Mittelalter über die Renaissance bis hin in die Moderne. Diese Kontinuität wird durch die sorgfältige Bewahrung verschiedenster Formate aufrechterhalten, von zarten Tintenskizzen bis hin zu großformatigen Architekturzeichnungen.

Meisterwerke der Albertina-Sammlung

Die Präsenz von Albrecht Dürer durchzieht die Hallen der Graphische Sammlung Albertina, besonders spürbar durch ein umfassendes Archiv seiner Kupferstiche und Holzschnitte. Diese Werke offenbaren eine Präzision, die die nördliche Renaissance maßgeblich definiert. In unmittelbarer Nähe bietet die fantastische Bildsprache von Hieronymus Bosch eine ganz andere, tiefgreifende Intensität. Werke wie Der Baummensch und Bettler existieren als greifbare Überreste einer singulären, beunruhigenden Vision.

Das Gewicht der italienischen Renaissance manifestiert sich in den Zeichnungen des Museums. Michelangelo Buonarroti ist durch bedeutende Werke vertreten, darunter Madonna mit Kind (verso). Diese Stücke erlauben eine intensive Beobachtung von Form und anatomischer Studie. Auch Leonardo da Vinci ist präsent, wobei Werke wie Studie zum Abendmahl (10) einen Einblick in die vorbereitenden Gedanken eines Meisters gewähren. Die Sammlung umfasst zudem das einflussreiche Schaffen von Klimt, Schiele und Kokoschka, was den Übergang in die Moderne markiert.

  • Madonna mit Kind (verso), um 1503
  • Studie zum Abendmahl (10), um 1495
  • Der Baummensch
  • Bettler

Wichtige Akquisitionen und Restitutionen

Die Geschichte der Sammlung ist gleichermaßen von stetigem Wachstum wie von der komplexen Aufgabe geprägt, vergangene Unrechtigkeiten aufzuarbeiten. Während der Zeit des Nationalsozialismus, infolge des Anschlusses 1938, gelangten Kunstwerke, die jüdischen Sammlern entzogen worden waren, in die Bestände des Museums. Diese Ära hinterließ ein Erbe, mit dem sich die Institution bis heute intensiv auseinandersetzt. In den Jahren nach dem Krieg sah sich das Museum rechtlichen und ethischen Herausforderungen gegenüber, insbesondere im Hinblick auf die Restitution von Werken von Gustav Klimt und Egon Schiele. Während Familien die Rückgabe dieser kostbaren Stücke forderten, navigierte das Museum diese Anfragen durch eine Zeit erheblicher Spannungen.

Die aktuellen Bemühungen, diese historischen Verfehlungen zu korrigieren, sind weiterhin in vollem Gange. Die Forschungsarbeit schreitet voran, während sowohl die Familien als auch das Museum gemeinsam daran arbeiten, Raubkunst innerhalb der gewaltigen Bestände zu identifizieren. Dieser Prozess der Identifizierung ist ein akribisches Unterfangen, das darauf abzielt, die Provenienz spezifischer Werke zweifelsfrei zu klären. Parallel zu diesen Bemühungen, die Vergangenheit aufzuarbeiten, hat sich die Institution auch der zeitgenössischen Ära zugewandt. Im Jahr 2018 erwarb das Museum die Sammlung Essl, wodurch 1.323 zeitgenössische Kunstwerke in seine Obhut kamen.

Ausstellungen und wissenschaftliche Forschung

Die Institution fungiert als ein lebenswichtiges Zentrum für die kunsthistorische Forschung und bewahrt eine tiefe Hingabe an das Studium des gezeichneten und gedruckten Bildes. Durch den konsequenten Fokus auf wissenschaftliche Untersuchungen bleibt die Sammlung für die akademische Gemeinschaft stets zugänglich. Diese Offenheit fördert einen fortwährenden Dialog über die Evolution der visuellen Kommunikation sowie über die technischen Prozesse, die den historischen Werken zugrunde liegen. Ein regelmäßiges Programm, das Vorträge und Workshops umfasst, erleichtert diesen Austausch und ermöglicht eine tiefgreifende Untersuchung der Materialien und Methoden, die Künstler über die Jahrhunderte hinweg angewandt haben.

Über die historischen Bestände hinaus behauptet das Museum auch eine präsente Rolle in der zeitgenössischen Kunstlandschaft. Der als Albertina modern bekannte Raum bietet ein spezialisiertes Umfeld für die Präsentation moderner Werke und stellt sicher, dass die Institution mit der sich stetig wandelnden Natur der bildenden Kunst verbunden bleibt. Dieses Nebeneinander von historischen Archiven und modernem Ausdruck lässt eine konstante Spannung zwischen etablierten Traditionen und neuen künstlerischen Richtungen entstehen.

Jüngste Projekte und zukünftige Meilensteine

Die Institution weitet ihre physische und digitale Präsenz stetig aus. Im April 2024 wurde die Albertina Klosterneuburg eröffnet, was die Reichweite der Sammlung maßgeblich vergrößert hat. Diese Expansion wird von dem entschlossenen Bestreben begleitet, die Vergangenheit durch moderne Technologien greifbarer zu machen. Ein umfassendes Forschungs- und Digitalisierungsprojekt hat die historische Klebeband-Sammlung erfolgreich in den digitalen Raum überführt, was eine noch detailliertere Untersuchung dieser bedeutenden Folianten ermöglicht.

Mit Blick auf die Zukunft bereitet sich die Institution auf einen bedeutenden Meilenstein im Jahr 2026 vor, der ihr 250-jähriges Jubiläum markiert. Diese bevorstehende Feierlichkeit fällt mit einem fortwährenden Engagement zusammen, die Zukunft der Kunst durch engagierte Forschung und die Bereitstellung zeitgenössischer Räume wie der Albertina modern mitzugestalten. Der Fokus liegt weiterhin auf der Evolution der visuellen Kultur, um sicherzustellen, dass die Erforschung des gezeichneten und gedruckten Bildes eine lebendige Praxis bleibt.

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
In welcher Stadt befindet sich die Graphische Sammlung Albertina?
Frage 2:
Wer gründete die Albertina im Jahr 1776?
Frage 3:
Welcher Künstler ist mit den meisten Werken im Katalog des Museums vertreten?
Frage 4:
Die Architektur des Museums ist eine Mischung aus welchen zwei Elementen?
Frage 5:
Wie viele Alte Meister Drucke umfasst die Sammlung in etwa?