Ort: Warsaw
geboren: 1819
Tod: 1881
Biographie:
Elisabeth Jerichau-Baumann war eine deutsch-polnisch-dänische Malerin der Düsseldorfer Malerschule.
Anna Maria Elisabeth Lisinska Baumann, Tochter deutscher Eltern, wurde im außerhalb Warschaus gelegenen Sommerferienort Jolibord geboren. Ihr Vater Philip Adolph Baumann (1776–1863) war ein Kartenmacher, die Mutter Johanne Frederike eine geborene Reyer (1790–1854).
Im Jahre 1838, mit neunzehn Jahren, kam Elisabeth Baumann nach Düsseldorf. Sie studierte als erste Privatschülerin bei Karl Ferdinand Sohn und Hermann Stilke. Die begabte Schülerin wurde auch durch Theodor Hildebrandt, Carl Friedrich Lessing und Wilhelm von Schadow betreut und hatte 1844 erste Erfolge mit Gemälden zum Schlesischen Weberaufstand, die dem Geschmack der Zeit an Darstellungen des Volkslebens, ihrerseits insbesondere das Slowakenleben, und an sozialkritischen Themen in der Nachfolge Hübners entgegenkamen.
1845 erfüllte sie sich ihren größten Wunsch und ging nach Rom, wo sie ihren Mann, den dänischen Bildhauer Jens Adolf Jerichau kennenlernte und 1846 dort heiratete. Wenn das Künstlerpaar nicht auf Reisen war, verbrachte sie viele Stunden am Tag in ihrem Studio. Sie malte mit Vorliebe Bilder aus dem Volksleben Roms und war besonders begeistert von der Thematik des italienischen Karnevals.
1849 zogen sie nach Dänemark, wo ihr Mann eine Professur an der Königlich Dänischen Kunstakademie erhielt. 1851 kam ihr Sohn Harald Jerichau auf die Welt. Durch ihren internationalen Hintergrund und insbesondere als Deutschstämmige hatte Jerichau-Baumann im Dänemark der Jahrhundertmitte einen schweren Stand, da der Schleswig-Holsteinische Krieg von 1848 bis 1851 das Verhältnis zu Deutschen schwer belastete. Erst mit der malerischen Thematisierung von Kriegserfahrung gelang es Elisabeth Jerichau-Baumann offizielle Anerkennung zu gewinnen. Elisabeth Jerichau-Baumann war zwar sehr produktiv und malte zahlreiche Porträts, wie das der Brüder Grimm, welches als Vorlage für den 1.000 Mark-Schein der vierten und letzten Serie der Deutschen Mark diente. Hierzu korrespondierte sie mit Herman Grimm, Sohn des Wilhelm Grimm. Auch porträtierte sie bedeutende Dänen, wie der Schauspielerin Johanne Luise Heiberg und die dänische Königsfamilie des Christian IX. mit Königin Louise von Dänemark (1817–1898) und ihren Töchtern. Doch trotz dieser königlicher Schirmherrschaft blieb die dänische Kunstwelt ihrerseits unterkühlt und die Königliche Gemäldesammlung zeigte nur eines ihrer Bilder: Das Bild Der verwundete Soldat wurde 1866, auf ihre Empfehlung an den Kultusminister, für die Königliche Sammlung angekauft. Eine Bestätigung als Malerin in Dänemark, die sie ersehnt hatte, erhielt sie nicht zu ihren Lebenszeiten, hatte jedoch großen Erfolg im Ausland mit mehreren großen Ausstellungen in verschiedenen europäischen Städten. Als einzige Malerin war sie 1851 in der Ausstellung der Düsseldorfer Malerschule der Düsseldorf Gallery in New York vertreten.
In den Jahren 1869 bis 1870 reiste Elisabeth ausgiebig in den östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten, und erneut im 1874 bis 1875 von ihrem Sohn Harald begleitet. Elisabeth erhielt Zugang zu den Harems des Osmanischen Reichs, 1869 wurde ihr der Zugang zu dem Harem von Mustafa Fazil Pascha gewährt und sie konnte die orientalischen Kulissen des Haremsleben aus eigener Anschauung malen. Sie stellten meist lebensgroße Figuren dar, wie griechischer Hirt am Parthenon oder romantisierende Darstellungen ägyptischer Frauen im Harem.
Am 11. Juli 1881 starb Elisabeth Jerichau-Baumann in Kopenhagen.
Die Jerichaus hatten neun Kinder, von denen zwei im Kindesalter starben. Von den übrigen wurde zwei versierte Maler: Harald Jerichau (1851–1878), der an Malaria und Typhus bald nach seiner Reise in den Nahen Osten mit seiner Mutter verstarb, und Holger Jerichau (1861–1900), der in erster Linie impressionistische Landschaften malte.
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