geboren: 1872
Tod: 1959
Biographie:
Hermenegildo Anglada Camarasa, auf Katalanisch Hermenegild Anglada i Camarasa, auch bekannt als Anglada-Camarasa, (* 11. September 1871 in Barcelona; † 17. Juli 1959 in Pollença) war ein katalanisch-spanischer Maler, dessen Werke vor dem Ersten Weltkrieg dem Symbolismus, Postimpressionismus, Modernisme und Dekorativismus zugerechnet werden .
Anglada Camarasa wurde am 11. September 1871 in Barcelona als Sohn des Kutschendekorateurs und Freizeit-Aquarellisten Josep Anglada Llecuna geboren. Im Alter von 7 Jahren verlor er seinen Vater, in dessen Werkstatt er die Liebe zur Malerei entdeckt hatte. Gegen den heftigen Widerstand seiner Mutter Beatriu Camarasa Casanovas setzte er durch, ab 1886 Malerei an der Escola de Belles Arts de Barcelona (Schule der Schönen Künste in Barcelona‘) – genannt Llotja – studieren zu können. Unterrichtet wurde er durch Tomás Moragas und später Modest Urgell, der seinen Stil naturalistischer Landschaftsmalerei prägte und von ihm stets als derjenige angesehen wurde, von dem er am meisten gelernt hatte. Nach mehrjährigem Arbeiten innerhalb einer Malergruppe im Dorf Arbúcies am Fuß des Montsena, zu der u. a. auch Eliseo Meifrén gehörte, und einer ersten erfolglosen Ausstellung seiner Bilder in der Kunstgalerie Sala Parés in Barcelona reiste er zum Studium der alten Meister erstmals im November 1894 nach Paris. Dort lebte er zunächst unter sehr einfachen Verhältnissen und musste aus Geldnot 1895 nach Katalonien zurückkehren. Mit dem peruanischen Maler Carlos Baca-Flor, mit dem er eine lebenslange Freundschaft schloss, zog er nachts durch die Casinos, Cabarets und Cafe-Concerts. Mit dessen Hilfe erreichte er eine laufende finanzielle Unterstützung durch seinen Schwager Josep Rocamora Pujola, was ihm ab 1897 einen dauernden Aufenthalt in Paris ermöglichte. Dort erwarb er um das Jahr 1900 die französische Staatsangehörigkeit.
Studien an der Académie Julian unter Benjamin Constant und Jean Paul Laurens sowie zusätzliche nächtliche Kurse an der Académie Colarossi unter Rene Prinet und Louis-Auguste Girardot mit an diesen Schulen gewonnenen Preisen in Komposition ermöglichten Anglada ab 1898 erste erfolgreiche Ausstellungen einiger Bilder im Salon der Société nationale des beaux-arts. An einer dieser Akademien lernte Anglada seine spätere erste Ehefrau, die Malerin Isabel Beaubois (* 6. Februar 1876; † nach 1927) kennen, die nach Scheidung dieser Ehe um 1911 den katalanischen Pianisten Enric Montoriol Tarrés heiratete und unter dem Namen Isabel Beaubois Montoriol bekannt wurde.
Im Mai 1900 veranstaltete Anglada eine viel beachtete Einzelausstellung mit je 20 seiner in einem neuen Stil gemalten Pariser Gemälde sowie akademischer Zeichnungen, wiederum in der Sala Parés in Barcelona. Diese löste bei Kritikern und Publikum sehr gegensätzliche Reaktionen aus . Nach Ende der Ausstellung verfasste er im Oktober 1900 zusammen mit Sebastià Junyent ein in der Zeitschrift „Joventut“ veröffentlichtes Manifest, mit dem sie die Unterwerfung von Künstlern unter den Geschmack der Allgemeinheit aus merkantilen Gründen anprangerten und den Vorrang der künstlerischen Gestaltung vor der naturgetreuen Abbildung propagierten . Neben diversen erfolgreichen Ausstellungen in Paris folgte in den nächsten Jahren die Teilnahme an Kunstausstellungen in Berlin (Kunstsalon Eduard Schulte 1901, 1902, 1904; XI. Secession 1906), Brüssel (Libre Esthétique 1902, 1911; Exposition Générale des Beaux Arts 1907), Gent (XXXVIII Exposition 1902), London (International Society of Fine Arts 1903; International Art Society 1908), Düsseldorf und Köln (1903), Dresden (große Kunstausstellung 1904), Wien (Secession 1904), München (Secession 1903; Kunstverein 1905; Galerie Heinemann 1911), Venedig (Biennale 1903, 1905, 1907, 1914), Barcelona (Exposició d'obres d'art i llibres catalans 1906; Sala Parés 1909), Zürich (Kunsthaus 1910), Buenos Aires (Exposición Internacional de Arte del Centenario del Mayo 1910), Rom (Exposizione Internazionale de le Belle Arti 1911; III Exposizione Internazionale della Secessione 1914), Prag (1913) und Moscau (Salon Artistique 1914) . Wie schon 1900 in Barcelona stellte Anglada gewöhnlich seine Zeichnungen zusammen mit den Gemälden aus, um der immer wieder geäußerten Kritik, seinen Gemälden mangle es an Zeichnung , gegenüber zu zeigen, dass er durchaus akademisch zu malen verstand . Über zwei Jahrzehnte weigerte er sich ebenso wie der mit ihm befreundete Baske Ignacio Zuloaga, an offiziellen spanischen Ausstellungen teilzunehmen. So stellten beide bei der großen internationalen Kunstausstellung von Rom 1911 ihre Werke abseits des spanischen Pavillons auf Einladung der Veranstalter in für sie reservierten Räumen des italienischen Pavillons aus . Aber auch auf Pariser Salons waren Angladas Bilder ab 1908 nicht mehr vertreten; die dort aufgekommenen Strömungen der Avantgarde lehnte er ab und kritisierte 1911 in Rom scharf die Vorherrschaft der Franzosen in der Welt der Kunst .
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