Horst Janssen

Horst Janssen

Ort: Hamburg

geboren: 1929

Tod: 1995

Biographie:

Horst Janssen war ein deutscher Zeichner, Grafiker, Autor, Plakatkünstler, Illustrator und Fotograf.Mit seinen Zeichnungen, Aquarellen, Gouachen, Radierungen, Holzschnitten und Lithographien gilt Janssen als einer der herausragendsten und produktivsten Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts („Keiner konnte zeichnen wie Janssen“, Die Zeit). 1968 wurde er mit dem Graphikpreis der Biennale in Venedig ausgezeichnet. 2000 wurde das ihm und seinem Werk gewidmete „Horst-Janssen-Museum“ in Oldenburg eröffnet.
Horst Janssen wuchs in Oldenburg i. O. als nichtehelicher Sohn seiner Mutter Martha Janßen, einer Damenschneiderin, auf. Seinen Vater Karl Gottlob Bauder, einen schwäbischen Handelsreisenden, hat er nie kennengelernt. Horst Janssen lebte zusammen mit seiner Mutter bei den Großeltern, dem Schneidermeister Johann Friedrich (genannt Fritz) und Anna Janßen in einem Giebelhaus in der Lerchenstraße. Sein Großvater nahm ihn an Kindes statt an. Als der Großvater 1939 an Tuberkulose starb, wurde ein Amtsvormund bestellt. Im September 1942 wurde er Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) in Haselünne im Emsland. Dort erkannte der Zeichenlehrer Hans Wienhausen Janssens künstlerische Begabung und förderte sie. Im Januar 1943 starb seine Mutter, ebenfalls an Tuberkulose. Im Jahr darauf wurde er von Anna Janssen adoptiert, der jüngeren Schwester seiner Mutter. 1945 zog Janssen nach Hamburg zu seiner Adoptivmutter. Sie finanzierte sein Kunststudium. Ihr hat er denn auch unter dem Kosenamen „Tantchen“ sprachlich und bildkünstlerisch immer wieder ein Denkmal gesetzt.
Anfang der 1950er-Jahre hatte Janssen eine Beziehung mit der verheirateten Gabriele Gutsche geb. Schwimmer. Sie schenkte ihm den ersten Sohn. Von 1955 bis 1959 war Janssen mit Marie Knauer verheiratet. Nach der Scheidung war Janssen wenige Wochen mit Birgit Sandner (der vormaligen Gefährtin des verhassten Prof. Gustav Hassenpflug) verheiratet. Die dritte und letzte Ehe ging Janssen 1960 mit Verena von Bethmann-Hollweg ein. Die Scheidung erfolgte 1968. Von 1968 bis 1972 lebte Janssen mit Gesche Tietjens zusammen. Die Beziehung zur Mathematikerin Roswitha Hartung Ende 1972 blieb ein Intermezzo. Anfang 1973 hatte Janssen eine kurze, sehr leidenschaftliche Liaison mit Bettina Sartorius. Von 1974 bis 1990 war Janssen liiert mit Birgit Jacobsen, Viola Rackow, Kerstin Schlüter, Annette Kasper, Britta Kerinnes und schließlich mit Heidrun Bobeth. All diese Beziehungen schlugen sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Porträts und erotischer Darstellungen der betreffenden Frauen nieder, die man, wie auch andere seiner Themenschwerpunkte, in einer Werkübersicht mit dem Titel Frauenbildnisse von 1988 nachblättern kann.
1950 wurde der Sohn Clemens Gutsche geboren, 1956 die Tochter Katrin, genannt „Lamme“, aus der Ehe mit Marie Knauer. 1961 brachte Verena von Bethmann-Hollweg den Sohn Philip zur Welt. Gesche Tietjens bekam 1973 den Sohn Adam. Auch seine Kinder regten ihn zu zahlreichen zeichnerischen und druckgraphischen Porträts an.
1990 war ein unheilvolles Jahr für Janssen: Am 19. Mai 1990 stürzte er mit dem Balkon seines Hauses aus 3,40 m Höhe in die Tiefe, mitsamt den Gefäßen, in denen er die für seine Radierungen benötigten Säuren verwahrte. Die Folge: Nicht nur Schädelplatzwunde, Schienbeinfraktur und doppelter Beckenbruch, sondern beiderseitige „Hornhautverätzung“, wie der Unfallbericht von D. Hallermann festhält (abgedruckt auf der Innenumschlagklappe von Horst Janssens Der Foliant ). Darin stattet Janssen einen höchst anschaulichen und sensiblen Bericht in Wort und Bild ab über „den Leidens- und Heilungsprozess in den folgenden Wochen und Monaten“ und „über das allmähliche Wiedererwachen der physiologischen und künstlerischen Sehfähigkeit“ – „ein außergewöhnliches Kompendium zu Kunst und Medizin“, wie der Arzt und Kunsthistoriker Axel Hinrich Murken vermerkt.
Am 31. August 1995 verstarb Janssen in Hamburg an den Folgen eines Schlaganfalls und wurde, wie er es sich gewünscht hatte, auf dem Gertrudenkirchhof in Oldenburg beigesetzt. Die Stadt Oldenburg widmete ihm eine große Werkschau.
Ab 1946 studierte Janssen an der Landeskunstschule in Hamburg, wo er von Anfang an Meisterschüler von Alfred Mahlau war und dank ihm erste Aufträge zugespielt bekam. 1947 wurde die Zeichnung mit dem Titel Die Prinzessin auf der Erbse in der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht. 1948 erschien das von Janssen illustrierte Kasperle-Buch Seid ihr alle da? mit Versen von Rolf Italiaander. 1950 wurde sein Sohn Clemens Gutsche geboren. Zu dieser Zeit experimentierte Janssen mit Monotypien und Holzschnitten. Formales Vorbild war unter anderem der norwegische Symbolist Edvard Munch und das zeichnerische Werk von Paul Klee. Vom Sujet her dominierte neben Tierdarstellungen das Thema Mann und Frau. 1951 wurde Janssen vom Direktor Prof. Gustav Hassenpflug, der ihn partout nicht leiden konnte, von der Landeskunstschule ohne akademischen Abschluss relegiert.

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