Jan Hillebrand Wijsmuller

Jan Hillebrand Wijsmuller

Ort: Amsterdam

geboren: 1855

Tod: 1925

Biographie:

Jan Hillebrand Wijsmuller war ein niederländischer Künstler. Er zählt zu den niederländischen Impressionisten des 19. Jahrhunderts und gehörte somit zum 2. Goldenen Zeitalter der Niederländischen Malerei.
Aus kunsthistorischer Sicht ist er der 2. Generation der Haager Schule zuzurechnen. Er benutzte auch die lebhafte und helle Farbpalette der französischen Impressionisten – jedoch aus der Sicht eines Niederländers.
Im Jahr 1876 begann seine Ausbildung an der Königlichen Akademie für bildende Kunst zu Amsterdam. Dort war er einer der 179 Schüler von Prof. August Allebé. Dieser war bekannt dafür, dass er den herkömmlichen starren Akademiebetrieb gegen eine weltoffene an der Praxis orientierte und der Zeitströmung angepasste Ausbildung seiner Schüler vorzog. Die dortige Strömung, auch bekannt unter dem Namen Schule von Allebé, ist besser bekannt als Amsterdamer Impressionismus.
Ab 1877 folgten Wijsmuller’s Wanderjahre. Sie führten ihn über die Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten nach Den Haag, zur Académie royale des Beaux-Arts de Bruxelles und abschließend zur Haager Schule zu ihrer Blütezeit. Letztere brachte so bekannte Meister wie Johannes Bosboom, Paul Gabriël, die Gebrüder Jacob Maris und Matthijs Maris, Anton Mauve und Johan Hendrik Weissenbruch hervor. Hier fand Vincent van Gogh seinen Weg in die Malerei.
Im Jahre 1891 heiratete er Marie Anna Agatha Giesinger und wurde ein Jahr später Vater der Drillinge Karel, Jan und Paul, die sich nicht der Malerei zuwandten.
Von Willink van Collen war ein Förderpreis für junge Nachwuchskünstler ausgesetzt worden. Im Jahre 1883 gewann er diesen begehrten Preis. Der Titel seiner dafür eingereichten Arbeit ist heute nicht mehr bekannt.
Mit eigenem Atelier hatte er sich in Amsterdam niedergelassen. Zu seinen Freunden zählten die Künstler Ernst Witkamp, Nicolaas van der Waay und Carel Dake. In dieser Zeit waren u. a. Bernard A. van Beek, Ludolph Berkemeier und Pauline Suij seine Schüler.
Er war Mitglied der Societät Arti et Amicitiae zu Amsterdam sowie der Genossenschaft Pulchri Studio zu Den Haag.
Kunsthistorisch ist er der zweiten Generation der Haager Schule und der Schule von Allebé zuzuordnen.
Beigesetzt wurde er auf dem Zorgvlied-Friedhof zu Amsterdam.
Jan Hillebrand Wijsmuller gehört der zweiten Generation der Künstler der Haager Schule an. Die Haager Schule, auch als Niederländischer Impressionismus bezeichnet, hat ihren Ursprung in der Kunstrichtung des Realismus. Dieser Stil wurde von den Engländern Richard Parkes Bonington und John Constable ausgelöst und durch die Schule von Barbizon, der Entstehung der französischen Freiluftmalerei, der Künstlergruppe von Paul Huet und Théodore Rousseau und in den Werken eines Johan Jongkind fortgeführt. Diese war Vorläuferin der Bewegung des Französischen Impressionismus, aus dem dann der Holländische Impressionismus wiederum seine Wurzeln zog.
Jan Hillebrand Wijsmuller hatte sich dem Genre der Landschaftsmalerei verschrieben. Die Metropole Amsterdam mit Straßenleben, mit ihren Grachtenleben und dem bedeutenden Hafen sind Motive. Gegenpol sind Landschaftsansichten. Sie beinhalten verschiedene Windmühlenarten, Polderlandschaftstoff mit Fischfang. Sein Répertoire wird durch das klassische holländische Thema abgerundet – die Fortsetzung der Tradition der Küstenlandschaftsmalerei der Nordsee. In seinen Kompositionen folgt er der Schule von Barbizon. Darüber hinaus widmete er sich auch dem Genre der Portraitmalerei und dem des Stillebens. Zu seinen Ausdrucksformen zählen Handzeichnung auf Papier sowie Öl auf Holz und Leinwand.
In seinen Gemälden nutzt er eine eigene Bildsprache zur räumlichen Ausdehnung und Tiefe. Sie leben durch das harmonische Farbenspiel zwischen Himmel, Wolken, Wasser und Landschaft.
Die Beleuchtung wirkt durch die stofflichen Wechselbeziehungen der für die Niederlande typischen Jahreszeiten und Klima. Seine Bandbreite reicht von den dunklen Tönen Jozef Israëls, der Grauen Periode der Haager Schule bis hin zum lebhaften hellen Farbenspiel, um bessere Lichteffekte zu erreichen. Dabei scheint manchmal die Zeit still zu stehen, ja ein Moment der Unendlichkeit erreicht zu sein; dies ist ein wesentliches Merkmal der Bewegung des Niederländischen Impressionismus. Dieser Charakter steht im Widerspruch zu der Bewegung des Französischen Impressionismus, der sich durch eine leichte und lockere Pinselführung abhebt. Seine Werke zeichnen sich durch eine hohe handwerkliche Fertigkeit aus.

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